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Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis

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thc_recht:li390607

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sos
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 **Cannabis kennen die meisten als Genussmittel. Doch schon seit Jahrhunderten wird Hanf auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Zurzeit ist in einigen Ländern eine Auflockerung des Gesetzes bezüglich dem medizinischen Einsatz von Cannabisprodukten im Gange.** **Cannabis kennen die meisten als Genussmittel. Doch schon seit Jahrhunderten wird Hanf auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Zurzeit ist in einigen Ländern eine Auflockerung des Gesetzes bezüglich dem medizinischen Einsatz von Cannabisprodukten im Gange.**
  
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 Auch in der Teilrevision des BetmG in der Schweiz, welche im Jahre 2011 umgesetzt wird, ist eine Verbesserung der rechtlichen Lage zum medizinischen Nutzen von THC vorgesehen. Deshalb soll in diesem Artikel eine Übersicht über medizinische Einsatzmöglichkeiten sowie dazu benötigtes Hintergrundwissen vermittelt werden. Auch in der Teilrevision des BetmG in der Schweiz, welche im Jahre 2011 umgesetzt wird, ist eine Verbesserung der rechtlichen Lage zum medizinischen Nutzen von THC vorgesehen. Deshalb soll in diesem Artikel eine Übersicht über medizinische Einsatzmöglichkeiten sowie dazu benötigtes Hintergrundwissen vermittelt werden.
  
-==== Wirksame Inhaltsstoffe ====+===== Wirksame Inhaltsstoffe ​=====
  
 Rund 500 Inhaltsstoffe der Cannabispflanze wurden bis anhin entdeckt. Viele davon kommen auch in anderen Pflanzen und sogar bei Tieren vor. Sie entfalten jedoch meistens keine oder nur geringe pharmakologische Wirkungen. Einen Teil dieser Inhaltsstoffe machen die Cannabinoide aus. Knapp 70 davon sind bis heute in der Hanfpflanze nachgewiesen worden. Sie lassen sich nach ihrer chemischen Struktur in zehn Gruppen einteilen. Zwei wichtige davon sind die Cannabinoide vom Delta-9-THC-Typ und vom Cannabidiol-Typ. Zur Delta-9-THC-Gruppe gehören insgesamt neun Cannabinoide. ​ Rund 500 Inhaltsstoffe der Cannabispflanze wurden bis anhin entdeckt. Viele davon kommen auch in anderen Pflanzen und sogar bei Tieren vor. Sie entfalten jedoch meistens keine oder nur geringe pharmakologische Wirkungen. Einen Teil dieser Inhaltsstoffe machen die Cannabinoide aus. Knapp 70 davon sind bis heute in der Hanfpflanze nachgewiesen worden. Sie lassen sich nach ihrer chemischen Struktur in zehn Gruppen einteilen. Zwei wichtige davon sind die Cannabinoide vom Delta-9-THC-Typ und vom Cannabidiol-Typ. Zur Delta-9-THC-Gruppe gehören insgesamt neun Cannabinoide. ​
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 Delta-9-THC und Cannabidiol gehören zu den zwei pharmakologisch wichtigsten Inhaltsstoffen der Cannabispflanze. Daneben gibt es aber auch noch weitere Stoffe, welche medizinisch genutzt werden können, darunter gewisse ätherische Öle und einige Flavonoide. Delta-9-THC und Cannabidiol gehören zu den zwei pharmakologisch wichtigsten Inhaltsstoffen der Cannabispflanze. Daneben gibt es aber auch noch weitere Stoffe, welche medizinisch genutzt werden können, darunter gewisse ätherische Öle und einige Flavonoide.
  
-==== Wirkung der Cannabinoide im Körper ====+===== Wirkung der Cannabinoide im Körper ​=====
  
 Die vom Körper selber produzierten Cannabiswirkstoffe,​ so genannte Endocannabinoide,​ wirken im menschlichen Körper ähnlich wie die Inhaltsstoffe des Cannabis, wobei die Wirkzeit kürzer ist. 1992 entdeckte man das erste körpereigene Cannabinoid,​ welches Anandamid genannt wurde. Es leitet sich aus dem Sanskrit-Wort Ananda, was soviel heisst wie Glückseligkeit,​ und Amid, welches seine chemische Struktur beschreibt, ab. Die Endocannabinoide bilden zusammen mit den Cannabinoid-Rezeptoren das körpereigene Cannabinoidsystem. Dieses ist für eine Reihe von Funktionen zuständig wie zum Beispiel der Regulierung des Appetits, der Wahrnehmung von Sinneseindrücken und von Schmerzen oder der Bewegungskoordination. Die vom Körper selber produzierten Cannabiswirkstoffe,​ so genannte Endocannabinoide,​ wirken im menschlichen Körper ähnlich wie die Inhaltsstoffe des Cannabis, wobei die Wirkzeit kürzer ist. 1992 entdeckte man das erste körpereigene Cannabinoid,​ welches Anandamid genannt wurde. Es leitet sich aus dem Sanskrit-Wort Ananda, was soviel heisst wie Glückseligkeit,​ und Amid, welches seine chemische Struktur beschreibt, ab. Die Endocannabinoide bilden zusammen mit den Cannabinoid-Rezeptoren das körpereigene Cannabinoidsystem. Dieses ist für eine Reihe von Funktionen zuständig wie zum Beispiel der Regulierung des Appetits, der Wahrnehmung von Sinneseindrücken und von Schmerzen oder der Bewegungskoordination.
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 Nebst den Cannabinoid-Rezeptoren-Wirkungen gibt es aber noch weitere Mechanismen,​ durch welche Cannabinoide ihre Wirkungen entfalten können. Bekannt ist, dass Cannabinoide,​ wie auch die Vitamine C und E, freie Radikale einfangen können und somit gegen Zellschäden vorbeugen können. Auch einige Abbauprodukte weisen heilende Eigenschaften auf. So zum Beispiel die THC-Carbonsäure (THC-COOH). Dies ist jene Substanz, welche im Urin bei Verdacht auf Cannabiskonsum nachgewiesen wird. Sie besitzt ähnliche Eigenschaften wie das Aspirin, wirkt also entzündungshemmend und schmerzlindernd. ​ Nebst den Cannabinoid-Rezeptoren-Wirkungen gibt es aber noch weitere Mechanismen,​ durch welche Cannabinoide ihre Wirkungen entfalten können. Bekannt ist, dass Cannabinoide,​ wie auch die Vitamine C und E, freie Radikale einfangen können und somit gegen Zellschäden vorbeugen können. Auch einige Abbauprodukte weisen heilende Eigenschaften auf. So zum Beispiel die THC-Carbonsäure (THC-COOH). Dies ist jene Substanz, welche im Urin bei Verdacht auf Cannabiskonsum nachgewiesen wird. Sie besitzt ähnliche Eigenschaften wie das Aspirin, wirkt also entzündungshemmend und schmerzlindernd. ​
  
-==== Anwendungsgebiete ====+===== Anwendungsgebiete ​=====
  
 Es existiert eine ganze Reihe von möglichen medizinischen Störungsbildern,​ bei welchen Cannabis angewendet werden kann (siehe grüner Kasten). Zu all diesen Erkrankungen bestehen jedoch schon erprobte Medikamente. Allerdings wirken diese nicht bei allen Patienten oder haben bei einigen starke Nebenwirkungen zur Folge. So zum Beispiel kann es bei Opiaten (Morphium) zu Übelkeit oder Verstopfung kommen. Oft werden deshalb Cannabispräparate zusammen mit anderen Medikamenten angewendet, damit dessen Dosis reduziert werden kann. Bei den genannten Opiaten werden deren schmerzhemmenden Effekte durch Dronabinol verstärkt. Zudem wirkt Dronabinol der Übelkeit, welche durch Morphium ausgelöst werden kann, entgegen. Doch nicht alle Medikamentenkombinationen sind sinnvoll (siehe Artikel im nächsten Legalize it!). Schwerwiegende oder gar lebensbedrohliche Wechselwirkungen werden für Cannabis jedoch nicht beschrieben. Häufig werden Einzeldosen von 2.5 bis 15mg THC eingesetzt. Die Wirkung hält je nachdem zwischen 3 bis 12 Stunden an, was dazu führt, dass Cannabispräparate 2- bis 4-mal täglich angewendet werden müssen. Es existiert eine ganze Reihe von möglichen medizinischen Störungsbildern,​ bei welchen Cannabis angewendet werden kann (siehe grüner Kasten). Zu all diesen Erkrankungen bestehen jedoch schon erprobte Medikamente. Allerdings wirken diese nicht bei allen Patienten oder haben bei einigen starke Nebenwirkungen zur Folge. So zum Beispiel kann es bei Opiaten (Morphium) zu Übelkeit oder Verstopfung kommen. Oft werden deshalb Cannabispräparate zusammen mit anderen Medikamenten angewendet, damit dessen Dosis reduziert werden kann. Bei den genannten Opiaten werden deren schmerzhemmenden Effekte durch Dronabinol verstärkt. Zudem wirkt Dronabinol der Übelkeit, welche durch Morphium ausgelöst werden kann, entgegen. Doch nicht alle Medikamentenkombinationen sind sinnvoll (siehe Artikel im nächsten Legalize it!). Schwerwiegende oder gar lebensbedrohliche Wechselwirkungen werden für Cannabis jedoch nicht beschrieben. Häufig werden Einzeldosen von 2.5 bis 15mg THC eingesetzt. Die Wirkung hält je nachdem zwischen 3 bis 12 Stunden an, was dazu führt, dass Cannabispräparate 2- bis 4-mal täglich angewendet werden müssen.
  
-==== Vielfältige Wirkungen ====+===== Vielfältige Wirkungen ​=====
  
 Meistens wirkt Cannabis nicht nur auf ein einzelnes Symptom, sondern auf mehrere Symptome zugleich. Zum Beispiel profitieren Aids-Patienten zugleich von der Angst, Schmerz und Übelkeit reduzierenden Wirkung, als auch von dem appetitsteigernden Effekt. Trotz der Vielzahl an möglichen Einsatzgebieten,​ werden bis heute weltweit nur drei Indikationen von den Zulassungsbehörden akzeptiert. In den USA wird Marinol eingesetzt zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei der Krebschemotherapie und gegen die Appetitlosigkeit bei Aids-Patienten. In Kanada wird Sativex (Cannabisextrakt in Sprayform) eingesetzt zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen bei Multipler Sklerosis. Meistens wirkt Cannabis nicht nur auf ein einzelnes Symptom, sondern auf mehrere Symptome zugleich. Zum Beispiel profitieren Aids-Patienten zugleich von der Angst, Schmerz und Übelkeit reduzierenden Wirkung, als auch von dem appetitsteigernden Effekt. Trotz der Vielzahl an möglichen Einsatzgebieten,​ werden bis heute weltweit nur drei Indikationen von den Zulassungsbehörden akzeptiert. In den USA wird Marinol eingesetzt zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei der Krebschemotherapie und gegen die Appetitlosigkeit bei Aids-Patienten. In Kanada wird Sativex (Cannabisextrakt in Sprayform) eingesetzt zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen bei Multipler Sklerosis.
 In anderen Ländern ist Dronabinol/​THC nicht als Medikament für bestimmte Erkrankungen zugelassen, darf jedoch vom Arzt verschrieben werden. In anderen Ländern ist Dronabinol/​THC nicht als Medikament für bestimmte Erkrankungen zugelassen, darf jedoch vom Arzt verschrieben werden.
-==== Rechtliche Lage ====+ 
 +===== Rechtliche Lage =====
  
 Sofern ein psychischer Effekt ausgeschlossen werden kann, ist die arzneiliche Verwendung von Hanf/THC zulässig. Die rein medizinische Verwendung von Cannabis wird oftmals toleriert. Dronabinol darf mit einer Bewilligung der Gesundheitsbehörden verwendet werden. Im 2011 kommt es zu einer Teilrevision des BetmG, in welcher auch der medizinische Umgang mit Hanfprodukten neu geregelt wird. Die Details dazu sind allerdings zurzeit (2010) noch offen. Sofern ein psychischer Effekt ausgeschlossen werden kann, ist die arzneiliche Verwendung von Hanf/THC zulässig. Die rein medizinische Verwendung von Cannabis wird oftmals toleriert. Dronabinol darf mit einer Bewilligung der Gesundheitsbehörden verwendet werden. Im 2011 kommt es zu einer Teilrevision des BetmG, in welcher auch der medizinische Umgang mit Hanfprodukten neu geregelt wird. Die Details dazu sind allerdings zurzeit (2010) noch offen.
  
-==== Adressen und Bezugsquellen ====+===== Adressen und Bezugsquellen ​=====
  
 Internetseite ACM und IACM: [[http://​www.cannabis-med.org/​|www.cannabis-med.org]],​ E-Mail: [[info@cannabis-med.org]];​ Kontakt Schweiz: Dr. pharm. Manfred Fankhauser, [[http://​www.panakeia.ch/​kontakt.html|Bahnhof Apotheke]], Dorfstrasse 2, 3550 Langnau, Telefon 034 402 12 55 Internetseite ACM und IACM: [[http://​www.cannabis-med.org/​|www.cannabis-med.org]],​ E-Mail: [[info@cannabis-med.org]];​ Kontakt Schweiz: Dr. pharm. Manfred Fankhauser, [[http://​www.panakeia.ch/​kontakt.html|Bahnhof Apotheke]], Dorfstrasse 2, 3550 Langnau, Telefon 034 402 12 55
  
-==== Definitionen und Erläuterungen ====+===== Definitionen und Erläuterungen ​=====
  
  
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 **Marinol:​** Ein synthetisch hergestelltes Dronabinol-Präparat in Kapselform. Marinol darf in Deutschland aus den USA importiert werden. **Marinol:​** Ein synthetisch hergestelltes Dronabinol-Präparat in Kapselform. Marinol darf in Deutschland aus den USA importiert werden.
  
-==== Auflistung bisheriger möglicher Einsatzmöglichkeiten von Cannabis/​THC:​ ====+===== Auflistung bisheriger möglicher Einsatzmöglichkeiten von Cannabis/​THC: ​=====
  
  
thc_recht/li390607.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/07 15:49 von sos