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Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis

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thc_recht:li520305

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thc_recht:li520305 [2013/10/07 11:29]
fabian [Hanf-Beschlagnahmungen 2009]
thc_recht:li520305 [2019/05/07 16:15] (aktuell)
sos
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 **Jetzt ist es angebrochen – das Zeitalter der neuen Zählweise im Betäubungsmittelkrimi. Das Bundesamt für Statistik versucht sich an der früheren Betm-Statistik der Schweizer Polizeien. Der erste Jahrgang aus der Hand der Profis lässt jedoch noch zu wünschen übrig.** **Jetzt ist es angebrochen – das Zeitalter der neuen Zählweise im Betäubungsmittelkrimi. Das Bundesamt für Statistik versucht sich an der früheren Betm-Statistik der Schweizer Polizeien. Der erste Jahrgang aus der Hand der Profis lässt jedoch noch zu wünschen übrig.**
  
-==== Der Wahnsinn geht weiter ====+===== Der Wahnsinn geht weiter ​=====
  
 Auch wenn in verschiedenen Ländern Entkriminalisierungen für THC diskutiert oder gar umgesetzt werden – in der Schweiz geht die Repression unbeirrt ihren Weg. Auch in der Stadt Zürich, die ja Ende 2008 die Hanfinitiative angenommen hatte, werden heute die Strafbefehle über 258 Franken (beim allerersten Mal, wohlgemerkt) am Laufband produziert. Da nützt auch eine rot-grüne Regierung nichts – selbst St. Gallen mit einer stockbürgerlichen Regierung ist da mit den Ordnungsbussen schon etliche Schritte weiter. ​ Auch wenn in verschiedenen Ländern Entkriminalisierungen für THC diskutiert oder gar umgesetzt werden – in der Schweiz geht die Repression unbeirrt ihren Weg. Auch in der Stadt Zürich, die ja Ende 2008 die Hanfinitiative angenommen hatte, werden heute die Strafbefehle über 258 Franken (beim allerersten Mal, wohlgemerkt) am Laufband produziert. Da nützt auch eine rot-grüne Regierung nichts – selbst St. Gallen mit einer stockbürgerlichen Regierung ist da mit den Ordnungsbussen schon etliche Schritte weiter. ​
  
-==== Der Jahrgang 2009 ====+===== Der Jahrgang 2009 =====
  
 Nun, hören wir auf zu jammern und schauen die neuen Daten des Bundesamtes für Statistik BfS an. Dieses sollte die bisher vom Dienst für Analyse und Prävention herausgegeben Zahlen der Repression auf eine statistisch sauberere Art präsentieren. Nun, sie haben sich Mühe gegeben. Aber wirklich geschafft haben sie es nicht. Nun, hören wir auf zu jammern und schauen die neuen Daten des Bundesamtes für Statistik BfS an. Dieses sollte die bisher vom Dienst für Analyse und Prävention herausgegeben Zahlen der Repression auf eine statistisch sauberere Art präsentieren. Nun, sie haben sich Mühe gegeben. Aber wirklich geschafft haben sie es nicht.
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 Nun, sie werden wohl noch einige Jahre brauchen, um den von den verschiedenen Polizeien nach verschiedenen Kriterien gelieferten Datensalat weiter aufzudröseln und endlich vernünftige,​ einheitliche Kriterien zu installieren. Nun, sie werden wohl noch einige Jahre brauchen, um den von den verschiedenen Polizeien nach verschiedenen Kriterien gelieferten Datensalat weiter aufzudröseln und endlich vernünftige,​ einheitliche Kriterien zu installieren.
  
-==== Übertretungen und Vergehen ====+===== Übertretungen und Vergehen ​=====
  
 Löblich hingegen ist die Unterteilung nach Übertretungen und Vergehen (diese nochmals unterteilt nach leichten und schweren Vergehen). Das ist nun ja das, was wir seit Jahren den THC-Geniessenden beizubringen versuchen: Der fundamentale Unterschied zwischen Übertretung und Vergehen. Ausserdem unterscheidet die neue Statistik nach strafbaren Handlungen sowie der Anzahl Beschuldigter. Auch wenn diese Zahlen jeweils ähnlich sind, so differieren sie eben doch. Löblich hingegen ist die Unterteilung nach Übertretungen und Vergehen (diese nochmals unterteilt nach leichten und schweren Vergehen). Das ist nun ja das, was wir seit Jahren den THC-Geniessenden beizubringen versuchen: Der fundamentale Unterschied zwischen Übertretung und Vergehen. Ausserdem unterscheidet die neue Statistik nach strafbaren Handlungen sowie der Anzahl Beschuldigter. Auch wenn diese Zahlen jeweils ähnlich sind, so differieren sie eben doch.
  
-==== Unser Umgang mit den Daten ====+===== Unser Umgang mit den Daten =====
  
 Wir haben uns die Mühe gemacht, aus dem grossen Datenhaufen (in dem die Hanffrage immer etwas zu verschwinden droht) die cannabisspezifischen Zahlen herauszuholen. Was wir jeweils weglassen mussten, ist die Kategorie «Mehrere Substanzen». Darin enthalten sind alle Fälle, in denen es eben nicht nur um eine, sondern um mehrere Substanzen geht. In dieser Kategorie sind jeweils viele Fälle enthalten und es ist zu vermuten, dass darunter auch etliche reine Hanffälle (z.B. Hasch und Hanfpflanzen oder Gras und Öl) zu finden sind. Aber natürlich auch Fälle, bei denen THC-Produkte und andere Betäubungsmittel gefunden wurden. Wir hoffen, dazu eine Detailauswertung nachliefern zu können. Wir haben uns die Mühe gemacht, aus dem grossen Datenhaufen (in dem die Hanffrage immer etwas zu verschwinden droht) die cannabisspezifischen Zahlen herauszuholen. Was wir jeweils weglassen mussten, ist die Kategorie «Mehrere Substanzen». Darin enthalten sind alle Fälle, in denen es eben nicht nur um eine, sondern um mehrere Substanzen geht. In dieser Kategorie sind jeweils viele Fälle enthalten und es ist zu vermuten, dass darunter auch etliche reine Hanffälle (z.B. Hasch und Hanfpflanzen oder Gras und Öl) zu finden sind. Aber natürlich auch Fälle, bei denen THC-Produkte und andere Betäubungsmittel gefunden wurden. Wir hoffen, dazu eine Detailauswertung nachliefern zu können.
  
-==== Vergleich zu früher ist schwierig ====+===== Vergleich zu früher ist schwierig ​=====
  
 Die Vergleichbarkeit mit den früheren Verzeigungszahlen (ein Überblick über die Jahre 1974 bis 2008 findet sich im Legalize it! 51 auf Seite 5) ist nur schwer möglich. Das BfS musste die unterschiedlichen Meldeformen der verschiedenen kantonalen Polizeien akzeptieren (und dabei hat es lustige Doppelformen gegeben). Doch egal, ob man nun die bereinigten Daten der Beschuldigten oder die der Straftaten anschaut: Bisher scheint man die Grösse der Repression massiv unterschätzt zu haben. Bei den Übertretungen könnte man noch argumentieren,​ vielleicht habe sich die Repression 2009 halt wieder mal erhöht. Aber bei den Vergehen ist die Zahl enorm viel höher als alles, was bisher als «Handel» ausgewiesen worden ist: Die Vergleichbarkeit mit den früheren Verzeigungszahlen (ein Überblick über die Jahre 1974 bis 2008 findet sich im Legalize it! 51 auf Seite 5) ist nur schwer möglich. Das BfS musste die unterschiedlichen Meldeformen der verschiedenen kantonalen Polizeien akzeptieren (und dabei hat es lustige Doppelformen gegeben). Doch egal, ob man nun die bereinigten Daten der Beschuldigten oder die der Straftaten anschaut: Bisher scheint man die Grösse der Repression massiv unterschätzt zu haben. Bei den Übertretungen könnte man noch argumentieren,​ vielleicht habe sich die Repression 2009 halt wieder mal erhöht. Aber bei den Vergehen ist die Zahl enorm viel höher als alles, was bisher als «Handel» ausgewiesen worden ist:
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   * Beim Handel zählte man 2008 etwas über 3’500 Verzeigungen,​ 2009 nun wurden 7’667 Straftaten bei den Vergehen (leicht und schwer) gezählt, sowie gegen 7’000 Beschuldigte. Das wäre doppelt so viel. Aber eben: die Daten werden sich nie direkt vergleichen lassen. Doch die Höhe der neuen, verlässlicheren Daten ist erschreckend.   * Beim Handel zählte man 2008 etwas über 3’500 Verzeigungen,​ 2009 nun wurden 7’667 Straftaten bei den Vergehen (leicht und schwer) gezählt, sowie gegen 7’000 Beschuldigte. Das wäre doppelt so viel. Aber eben: die Daten werden sich nie direkt vergleichen lassen. Doch die Höhe der neuen, verlässlicheren Daten ist erschreckend.
  
-==== Das Strafmass ist sehr variabel ====+===== Das Strafmass ist sehr variabel ​=====
  
 Die Höhe der Bestrafung ist aus dieser Statistik nicht herauszulesen,​ kann aber wie folgt zusammengefasst werden: ​ Die Höhe der Bestrafung ist aus dieser Statistik nicht herauszulesen,​ kann aber wie folgt zusammengefasst werden: ​
thc_recht/li520305.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/07 16:15 von sos