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Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis

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Verhältnis Hasch/Gras: Die Hasch-Rückkehr?

Gras dominiert den Markt seit Jahrzehnten ganz klar, Hasch schien beinahe zu verschwinden. Doch nun sehen wir eine Trendwende: Der Hasch-Anteil steigt wieder und dies auch bei den Jüngsten, die früher fast nie Hasch konsumiert hatten.

Wegen Cannabis-Übertretungen Beschuldigte nach Hasch/Gras

Die ersten Grafiken zur Hanfverfolgung 2018 haben wir im letzten LI vorgestellt, hier weitere Aufschlüsselungen. Die linke Grafik zeigt die Entwicklung der wegen Hasch (braun) gegenüber Gras (grün) Beschuldigten. Dazu stellen wir die Ordnungsbussen (OB, grau), damit wir alle Übertretungsverfolgungen zeigen können, auch wenn bei den OB die Substanz nicht erfasst wird.

Wir fassen die Kategorien des BFS wie folgt zusammen: Hasch = Haschisch, Haschischöl und synthetische Cannabinoide; Gras = Cannabis, Marihuana, Hanf (Jungpflanze, Pflanze frisch, Pflan­ze getrocknet) und Hanfsamen.

Wir sehen, dass die allermeisten Beschuldigten wegen Grasdelikten drankommen. Anfang der 90er-Jahre war es noch ganz anders: Bis 1997 betraf die grosse Mehrheit der Verzeigungen Hasch – Gras war nur ein Randprodukt. Doch seit 1998 und bis heute hat sich Gras als häufigster Verzeigungsgrund etabliert.

Dabei fiel die Zahl der Hasch-Beschuldigten äusserst tief: 2014 hätte man vermuten können, dass der Haschkonsum in der Schweiz ausstirbt. Doch seither beobachten wir eine Umkehr der Entwicklung: Es gab wieder mehr Hasch-Verzeigte. Nun sind es zahlenmässig wieder so viele wie 2009 – und dies, obwohl die Gesamtzahl der Beschuldigten gesunken ist. Der Anteil der Hasch-Beschuldigten betrug 2009 11.7 %, 2014 6.9 % und 2018 15.9 %.

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Hasch-Anteil bei Übertretungs-Beschuldigten nach Altersgruppen

Den Grasboom vorangebracht hatten eindeutig die Jungen. Die Älteren waren ja fast ausnahmslos mit Hasch gross geworden. Von daher war der Anteil der Haschkonsumierenden bei den Älteren immer viel höher gewesen als bei den Jungen. Zum Beispiel im Jahr 2009: In unserer Kategorie mit den über 40-Jährigen lag der Haschanteil bei respek­tablen 28 %. Bei den un­ter 18-­Jährigen lag er bei 5 % (siehe Grafik rechts). In den Jahren bis 2015 sank der Haschanteil gerade bei den beiden ältesten Gruppen stark auf noch rund 10 %. Doch bei den Jüngeren stagnierte der Wert eher und ab 2015 begann der Haschanteil in allen Altersgruppen rasant zu steigen.

Und nun haben 2018 fast alle Alterskategorien zum ersten Mal einen ähnlichen Wert für Hasch von 15 bis 17 % erreicht. Das gab es bisher nie und ist wirklich eine Überraschung!

Von einem richtigen Haschrevival können wir angesichts der nach wie vor überdeutlichen Gras-Vorherrschaft wohl noch nicht sprechen. Aber der illegale Cannabismarkt verändert sich weiter.

Quelle aller Zahlen

Bundesamt für Statistik (BFS), Polizeiliche Kriminalstatistik, Jahresberichte 2009 bis 2018. Grafische Darstellung durch uns. Probleme der Statistik haben wir in unserem Quellenverweis im LI84, Seite 10 aufgelistet.

thc_recht/li850607.1577204253.txt.gz · Zuletzt geändert: 2019/12/24 17:17 von sos