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Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis

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Auf wen hat es die Polizei speziell abgesehen?

Unterschiedliche Verfolgungsintensität

Nicht alle THC-Geniessenden haben die gleiche Wahrscheinlichkeit, verzeigt zu werden. Besonders gefährdet sind Kiffende mit folgenden Merkmalen: männlich, um die zwanzig Jahre alt, langhaarig, freakig, häufig auf der Gasse anzutreffen. Auch Punks werden immer kontrolliert und die Hip-Hopper sind ebenfalls zu einer bevorzugten Gruppe «aufgestiegen». Wer häufig in der Nacht unterwegs ist und in einschlägigen Clubs verkehrt, hat ebenfalls eine höhere Wahrscheinlichkeit kontrolliert und verzeigt zu werden.

Die Frauen werden seltener verzeigt

Weniger als zehn Prozent der strafbaren Handlungen wegen Hanfkonsums werden von Frauen begangen – jedenfalls registriert die Polizei das so. Das reale Verhältnis zwischen Kiffern und Kifferinnen beträgt aber etwa drei zu eins. Frauen konsumieren jedoch seltener in der Öffentlichkeit. Und das ist die Hauptursache für eine Verzeigung.

Die Jungen tragen die Hauptlast der Repression

Die unter 30-Jährigen machen 80% der Beschuldigten von Übertretungen aus. Die unter 18-Jährigen machen nur rund 20 Prozent der Beschuldigten aus. Knapp die Hälfte der Verzeigungen betrifft junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren. Die über 30-Jährigen stellen ebenfalls nur rund 20 Prozent der Verzeigten. Aber auch hier: Die Älteren kiffen mehr zu Hause und haben den Konsum in der Öffentlichkeit eingestellt. Häufig, weil sie durch die erhaltenen Bussen vorsichtiger geworden sind!

Allgemein und überspitzt formuliert: Ein 20-jähriger, langhaariger, freakig aussehender Mann, der sich häufig in der Öffentlichkeit aufhält, wird sehr viel wahrscheinlicher von der Polizei kontrolliert und verzeigt als eine 40-jährige, unauffällig gekleidete Frau, die eher ein häusliches Leben führt. Obwohl sie vielleicht viel mehr kifft als er!

Widerhandlungen nach Substanz und Alter

Das Verhältnis von Hasch- zu Gras-Übertretungen wird mit zunehmendem Alter grösser – das heisst: je älter jemand ist, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie mit Haschisch erwischt wird, während die Jungen fast immer mit Gras erwischt werden:

Alter Anteil Hasch : Gras
unter 20-jährig 34% 1 : 21
20-30-jährig 45% 1 : 11
30-40-jährig 14% 1 : 5
über 40-jährig 7% 1 : 3
Total 100% 1 : 10

Gras hat Hasch definitiv abgelöst

Auch rund zehn Jahre nach dem Hanfladen-Boom scheint Gras seine Vormachtstellung im Cannabismarkt behalten zu haben. Es hätte auch sein können, dass nach dem Ende der Laden-Ära wieder vermehrt Haschisch konsumiert wird bzw. mehr Konsumierende wegen Haschisch verzeigt werden. Dies ist nicht der Fall: Es werden zehn Mal mehr Verzeigungen wegen Gras (und Pflanzen) verzeichnet, als wegen Haschisch (und -Öl).

Es sind eher die älteren Konsumierenden (über 30), die wahrscheinlich noch ihre alten Connections haben. Sie konsumieren wohl auch mehr Gras als in den 80er Jahren, allerdings scheinen sie nicht ganz auf Haschisch verzichten zu wollen. Dies mag auf Gewohnheit und Tradition zurückzuführen sein, könnte aber bedeuten, dass auch das feinste Gras nicht dasselbe ist wie guter Hasch – Äpfel und Birnen können auch nicht 1:1 verglichen werden.

Quelle: Bundesamt für Statistik, Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2010, Betäubungsmittelgesetz (BetmG): Widerhandlungen nach Substanzen und beschuldigte Personen.



Hier folgt der entsprechende "alte" Text, der bis 30.6.2011 gültig war.

Auf wen hat es die Polizei speziell abgesehen?

Unterschiedliche Verfolgungsintensität

Nicht alle THC-Geniessenden haben die gleiche Wahrscheinlichkeit, verzeigt zu werden. Besonders gefährdet sind Kiffende mit folgenden Merkmalen: männlich, um die zwanzig Jahre alt, langhaarig, freakig, häufig auf der Gasse anzutreffen. Auch Punks werden immer kontrolliert und in den letzten Jahren sind auch die Hip-Hopper zu einer bevorzugten Gruppe «aufgestiegen». Allgemein und überspitzt formuliert: Ein 20-jähriger, langhaariger, freakig aussehender Mann, der sich häufig in der Öffentlichkeit aufhält, wird sehr viel wahrscheinlicher von der Polizei kontrolliert und verzeigt als eine 40-jährige, unauffällig gekleidete Frau, die eher ein häusliches Leben führt. Obwohl sie vielleicht viel mehr kifft als er!

Die Frauen werden seltener verzeigt

Nur etwas mehr als zehn Prozent der Verzeigungen wegen Hanfkonsums betreffen Frauen. Das reale Verhältnis zwischen Kiffern und Kifferinnen beträgt aber etwa zwei zu eins. Frauen kiffen jedoch seltener in der Öffentlichkeit. Und das ist die Hauptursache für eine Verzeigung.

Die Jungen im Visier

Rund die Hälfte der Verzeigungen betrifft junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren. Die über 30-Jährigen stellen nur noch rund 20 Prozent der Verzeigten. Obwohl die Zahl der KifferInnen über 30 sicher ähnlich gross ist, wie die Zahl der unter 30-jährigen Kiffenden. Aber auch hier: Die Älteren kiffen mehr zu Hause und haben den Konsum in der Öffentlichkeit eingestellt. Häufig, weil sie durch die erhaltenen Bussen vorsichtiger geworden sind!

Die Jüngeren bilden die Basis für den Grasboom

Bei den Gras-Verzeigungen (die ja seit Mitte der 90er-Jahre sprunghaft zugenommen haben) wurden überdurchschnittlich häufig die 15- bis 17-Jährigen verzeigt. Sie mussten die grösste Steigerung an Repression hinnehmen. Seit 1993/94 sinkt der Anteil der über 25-Jährigen kontinuierlich, wobei er seit 2002 wieder leicht ansteigt. Dies bedeutet, dass die Polizei die älteren Kiffenden je länger je mehr in Ruhe lässt und sich zusehends auf die Jungen konzentriert. Diese sind auch diejenigen, die weiterhin in der Öffentlichkeit kiffen (müssen), da sie es zu Hause und in der Schule nicht dürfen – also bleibt halt nur der See, die Parks, der öffentliche Grund. Und dort wird man zur leichten Beute für die Polizei.

Die Jungen werden vor den Läden abgefangen

Die jungen Kiffenden sind wahrscheinlich auch diejenigen, die als erste die Hanfläden aufsuchten, während die Älteren ihre Bezugsquellen bereits organisiert hatten (und auch häufiger beim Haschischrauchen blieben). Die Jüngeren hingegen sind trendiger: Sie suchten die Läden auf und konsumierten das «neumodische» Gras. Bei diesen Besuchen in den Hanfläden wurden tausende Cannabis Kaufende von der Polizei verzeigt, als diese die verschiedenen Läden observierte. Heute, wo die Läden verschwunden sind, sind es wiederum eher die Jüngeren, die sich auf der Gasse eindecken – mit grösserem Risiko, erwischt zu werden. Die Älteren erledigen ihren THC-Einkauf eher im privaten Kreis. Sie haben ihre Connections unauffälliger organisiert.

thc_recht/sh1818.txt · Zuletzt geändert: 2014/07/08 09:54 von fabian