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Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis

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Dies ist eine alte Version des Dokuments!


Wieso gab es früher so viele Hanfläden?

Die Konsumierenden brauchen die «Dealer»

Irgendwoher müssen die Konsumierenden ja ihren Stoff bekommen. Die meisten können sich mit Selbstgezogenem nicht auf dem nötigen THC-Level halten. Und es gibt sie auch, die Verkäuferinnen und Verkäufer.

Bis Mitte der 90er-Jahre war der Handel einerseits auf der Gasse, andererseits im Privaten organisiert. Es gab praktisch nur importiertes Haschisch auf dem Schwarzmarkt. Der Grasanteil war noch sehr tief, Indoor nur selten ein Thema.

Ab Mitte der 90er-Jahre begannen immer mehr Menschen, vor allem Männer zwischen 25 und 40, Hanfläden zu eröffnen. Die einen verkauften die ganze Palette an Produkten, die die Hanfpflanze zu bieten hat: Kleider, Speiseöl, Papier, Katzenstreu, geröstete Hanfsamen und vieles mehr.

Die meisten verkauften auch, einige sogar ausschliesslich, Hanfkraut – zum Teil mit Samen, zum Teil in hervorragender Qualität zum Rauchen. Die einen beschränkten sich auf Schweizer Outdoor-Hanf, andere boten auch Indoor-Ware an (importiert oder auch schon in der Schweiz gezogen).

Kein Haschisch

Haschisch hingegen wurde nur von sehr wenigen in den Läden verkauft. Beim Gras gab es früher eben diese unklare Gesetzesformulierung «zur Betäubungsmittelgewinnung», die das Gras legal und illegal zugleich machte. Eine spezielle Formulierung im Gesetz, die für Haschisch nie gegolten hat (und heutzutage auch fürs Gras nicht mehr gilt – nun ist alles mit mehr als 1.0% THC ein illegales Betäubungsmittel).

Diese Gesetzeslücke ermöglichte erst die ganze Hanfladen-Geschichte. Hanfkraut wurde als Badezusatz, als Duftsäckchen, als Dekoblüten angeboten und eben nicht «zur Betäubungsmittelgewinnung» – und war somit quasi legal.

Unklare gesetzliche Lage

Auch die Polizei und die Untersuchungsbehörden waren zunächst unschlüssig, wie sie mit dieser speziellen Situation umgehen sollten. Also liessen sie die Läden zunächst gewähren, schauten vielleicht einmal unverbindlich vorbei. Erst nach und nach machten sie Razzien, beschlagnahmten Material und verhörten die Betreiber und die Angestellten.

Doch noch war alles ziemlich easy, auch nach der ersten Razzia konnte weiter geschäftet werden. Und so öffnete Hanfladen um Hanfladen. Die Qualität der Blüten steigerte sich von Jahr zu Jahr, denn auch die Bauern merkten, dass es da ein Produkt gab, das sie ohne jegliche Subventionen zu einem guten Preis verkaufen konnten.

Parallel zum Aufstieg der Hanfläden ging das Business auf der Gasse zu Grunde. Niemand wollte mehr den zumeist schlechten Hasch erwerben – der Cannabisverkauf auf der Gasse brach in der Blütezeit der Läden vollständig ein.

Die Läden auf dem Serviertablett

Da die Läden als legale Läden gedacht waren, bezahlten sie auf dem Umsatz Mehrwertsteuer und auf den Löhnen die ganzen Sozialabgaben. Sie versteuerten ihre Gewinne und führten eine Buchhaltung, legten also ihre Geschäftstätigkeit sehr offen dar. Auch welche Mengen sie umsetzten war klar ersichtlich – und der Staat nahm die Millionen aus den Hanfläden gerne entgegen. Doch der gleiche Staat bestrafte dann diese Handeltreibenden, die einen mindestens kurzfristig blühenden Wirtschaftszweig aufgebaut hatten, massiv – und ohne Dank für die geleisteten Millionenbeträge.



Hier folgt der entsprechende "alte" Text, der bis 30.6.2011 gültig war.

Wieso gab es früher so viele Hanfläden?

Die Konsumierenden brauchen die «Dealer»

Irgendwoher müssen die Konsumierenden ja ihren Stoff bekommen. Die meisten können sich mit Selbstgezogenem nicht auf dem nötigen THC-Level halten. Und es gibt sie auch, die Verkäuferinnen und Verkäufer. Bis Mitte der 90er-Jahre war der Handel einerseits auf der Gasse, andererseits im Privaten organisiert. Ab Mitte der 90er-Jahre begannen immer mehr Menschen, vor allem Männer zwischen 25 und 40, Hanfläden zu eröffnen. Die einen verkauften die ganze Palette an Produkten, die die Hanfpflanze zu bieten hat: Kleider, Speiseöl, Papier, Katzenstreu, geröstete Hanfsamen und vieles mehr. Die meisten verkauften auch, einige sogar ausschliesslich, Hanfkraut – zum Teil mit Samen, zum Teil in hervorragender Qualität zum Rauchen. Die einen beschränkten sich auf Schweizer Outdoor-Hanf, andere boten auch Indoor-Ware an (importiert oder auch schon in der Schweiz gezogen).

Kein Haschisch

Haschisch hingegen wurde nur von sehr wenigen verkauft. Wie wir im Teil über die Gesetze sehen werden, ist Haschisch bereits als Substanz immer ein (illegales) Betäubungsmittel nach Betäubungsmittelgesetz. Blätter, Blüten, Stängel und Samen hingegen sind nur dann illegal, wenn sie der Betäubungsmittelgewinnung dienen. Daraus folgerten zunächst ein paar wenige, dann immer mehr, dass Hanfkraut als Badezusatz, als Duftsäckchen, als Dekoblüten eben nicht «zur Betäubungsmittelgewinnung» gedacht ist – und somit legal.

Unklare gesetzliche Lage

Auch die Polizei und die Untersuchungsbehörden waren sich zunächst unschlüssig, wie sie mit dieser neuen Situation umgehen sollten. Also liessen sie die Läden zunächst gewähren, schauten vielleicht einmal unverbindlich vorbei. Erst nach und nach machten sie Razzien, beschlagnahmten Material und verhörten die Betreiber und die Angestellten. Doch noch war alles ziemlich easy, auch nach der ersten Razzia konnte weiter geschäftet werden. Und so öffnete Hanfladen um Hanfladen. Die Qualität der Blüten steigerte sich von Jahr zu Jahr, denn auch die Bauern merkten, dass es da ein Produkt gab, das sie ohne jegliche Subventionen zu einem guten Preis verkaufen konnten. Parallel zum Aufstieg der Hanfläden ging das Business auf der Gasse zu Grunde. Niemand wollte mehr den zumeist schlechten Hasch erwerben – der Cannabisverkauf auf der Gasse brach in der Blütezeit der Läden vollständig ein.

Die Läden auf dem Serviertablett

Da die Läden als legale Läden gedacht waren, bezahlten sie auf dem Umsatz Mehrwertsteuer und auf den Löhnen die ganzen Sozialabgaben. Sie versteuerten ihre Gewinne und führten eine Buchhaltung, legten also ihre Geschäftstätigkeit sehr offen dar. Auch welche Mengen sie umsetzten war klar ersichtlich – und der Staat nahm die Millionen aus den Hanfläden gerne entgegen. Doch der gleiche Staat bestrafte dann diese Handel Treibenden, die einen mindestens kurzfristig blühenden Wirtschaftszweig aufgebaut hatten, massiv – und ohne Dank für die geleisteten Millionenbeträge.

Heutzutage gibt es keine Hanfläden mehr. Es gibt Paraphernalia-Shops, die Rauchutensilien verkaufen und es gibt Growshops, die Utensilien zum Anbauen verkaufen. Doch dies sind in den allermeisten Fällen legale Geschäfte, die keine THC-haltigen Produkte verkaufen.

thc_recht/sh2626.1404806122.txt.gz · Zuletzt geändert: 2014/07/08 09:55 von fabian