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Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis

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thc_recht:li232325

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thc_recht:li232325 [2012/11/26 12:39]
fabian [Urintest-Testing]
thc_recht:li232325 [2019/05/07 15:08]
sos
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 **Immer mehr Anbieter drängen auf einen lukrativen Markt. Urintests im Militär, in der Schule, am Arbeitsplatz – sogar Eltern wollen ihre Kinder mit Urintests kontrollieren. Wir haben uns bei einem befreundeten Arzt 25 Testsets besorgt und wollten wissen, wie viel muss jemand gekifft haben, damit ein solcher Test positiv wird?** **Immer mehr Anbieter drängen auf einen lukrativen Markt. Urintests im Militär, in der Schule, am Arbeitsplatz – sogar Eltern wollen ihre Kinder mit Urintests kontrollieren. Wir haben uns bei einem befreundeten Arzt 25 Testsets besorgt und wollten wissen, wie viel muss jemand gekifft haben, damit ein solcher Test positiv wird?**
  
-==== ==== 
 Nach einer kleinen Testserie für die aktuelle Auflage der Rechtshilfebroschüre Shit happens… (siehe dort Seite 40/41) wollten wir diesmal eine grössere Anzahl Tests durchführen. Die Kosten für das 25er-Pack: 237.40 Franken, das macht pro Test also rund 9.50 Franken. Wenn jemand jedoch zum Arzt geht, und einen Test machen lässt/​machen muss, kostet es natürlich mehr – die 9.50 pro Test sind nur der Einkauf, die Arbeit des Arztes/des Labors kommt noch dazu, so dass dafür dann 50 bis 100 Franken zu zahlen sind. Nach einer kleinen Testserie für die aktuelle Auflage der Rechtshilfebroschüre Shit happens… (siehe dort Seite 40/41) wollten wir diesmal eine grössere Anzahl Tests durchführen. Die Kosten für das 25er-Pack: 237.40 Franken, das macht pro Test also rund 9.50 Franken. Wenn jemand jedoch zum Arzt geht, und einen Test machen lässt/​machen muss, kostet es natürlich mehr – die 9.50 pro Test sind nur der Einkauf, die Arbeit des Arztes/des Labors kommt noch dazu, so dass dafür dann 50 bis 100 Franken zu zahlen sind.
  
-==== Eigentest ====+===== Eigentest ​=====
  
 Als erstes testete ich mich natürlich selber. Ich wartete auf den Drang, aufs WC gehen zu müssen, nahm dann einen Plastikbecher und ging aufs Klo. Da man nur drei Tropfen Urin braucht, um den Test durchführen zu können, liess ich zunächst etwas Urin ab, stoppte, und urinierte dann vielleicht einen Deziliter meines gelben Saftes in meinen Plastikbecher,​ stoppte wieder und der Rest ging dann ins Klo. Ich entnahm meinem Plastikbecher mit einer Pipette (die zu jedem Testset gehört) etwas Urin, und träufelte drei Tropfen in die dafür vorgesehene Öffnung des Tests. Dann konnte ich zusehen, wie der Urin langsam in das Auswertungsfenster lief. Dort hinterliess er nur einen Strich, was bedeutet, dass ich positiv war. Als erstes testete ich mich natürlich selber. Ich wartete auf den Drang, aufs WC gehen zu müssen, nahm dann einen Plastikbecher und ging aufs Klo. Da man nur drei Tropfen Urin braucht, um den Test durchführen zu können, liess ich zunächst etwas Urin ab, stoppte, und urinierte dann vielleicht einen Deziliter meines gelben Saftes in meinen Plastikbecher,​ stoppte wieder und der Rest ging dann ins Klo. Ich entnahm meinem Plastikbecher mit einer Pipette (die zu jedem Testset gehört) etwas Urin, und träufelte drei Tropfen in die dafür vorgesehene Öffnung des Tests. Dann konnte ich zusehen, wie der Urin langsam in das Auswertungsfenster lief. Dort hinterliess er nur einen Strich, was bedeutet, dass ich positiv war.
  
-==== Alle sind positiv ====+===== Alle sind positiv ​=====
  
 Dieses Prozedere wiederholten wir auf verschiedene Arten. Einmal ergab es sich, dass ich vier Tage am Stück nicht kiffte und so versuchte ich es dann nochmals. Doch der Test gab immer noch positiv an. Ebenso waren alle einigermassen regelmässig Kiffenden in allen Tests immer positiv, ob sie nun vor dem Test eins geraucht hatten (und somit effektiv bekifft waren), oder auch wenn sie ein paar Tage vor dem Test nichts gekifft hatten (und somit ganz sicher nüchtern waren). Diese Tests zeigten ganz deutlich, dass ein positiver THC-Test überhaupt nichts mit dem psychischen Zustand der getesteten Person zu tun hat, sondern lediglich angibt, ob sich Abbauprodukte von THC im Urin finden lassen. Diese Abbauprodukte sind jedoch nicht mehr psychoaktiv,​ fahren also nicht ein. Einfahren tut nur das THC – und das wird dann in THC-Metaboliten (also Abbauprodukte) umgewandelt und ausgeschieden. Das Ausscheiden erfolgt allerdings sehr langsam und so ist jeder und jede, der oder die einigermassen regelmässig kifft (zum Beispiel jede Woche) mit Sicherheit positiv. Auch wenn er oder sie sieben Tage nicht mehr gekifft hat… Dieses Prozedere wiederholten wir auf verschiedene Arten. Einmal ergab es sich, dass ich vier Tage am Stück nicht kiffte und so versuchte ich es dann nochmals. Doch der Test gab immer noch positiv an. Ebenso waren alle einigermassen regelmässig Kiffenden in allen Tests immer positiv, ob sie nun vor dem Test eins geraucht hatten (und somit effektiv bekifft waren), oder auch wenn sie ein paar Tage vor dem Test nichts gekifft hatten (und somit ganz sicher nüchtern waren). Diese Tests zeigten ganz deutlich, dass ein positiver THC-Test überhaupt nichts mit dem psychischen Zustand der getesteten Person zu tun hat, sondern lediglich angibt, ob sich Abbauprodukte von THC im Urin finden lassen. Diese Abbauprodukte sind jedoch nicht mehr psychoaktiv,​ fahren also nicht ein. Einfahren tut nur das THC – und das wird dann in THC-Metaboliten (also Abbauprodukte) umgewandelt und ausgeschieden. Das Ausscheiden erfolgt allerdings sehr langsam und so ist jeder und jede, der oder die einigermassen regelmässig kifft (zum Beispiel jede Woche) mit Sicherheit positiv. Auch wenn er oder sie sieben Tage nicht mehr gekifft hat…
  
-==== Unregelmässig Kiffende ====+===== Unregelmässig Kiffende ​=====
  
 Wir regelmässigen Kiffenden waren also immer positiv. Genau gleich waren alle Leute, die wir testeten und nicht kifften (z.B. Eltern), negativ. Deshalb brauchten wir eine Person, die sicher negativ, und dennoch gewillt war, einen Joint zu rauchen. Diese Person fanden wir. Den letzten Joint hatte sie vor rund vier Monaten geraucht. Der erste Test war denn auch negativ (siehe 1. Bild). Wir rauchten einen kleinen Joint zusammen, die Versuchsperson rauchte vier Züge. Etwa zwei Stunden später machten wir wieder einen Test, und die Person war positiv, der Test hatte die Abbauprodukte entdeckt und die Versuchsperson als Kiffende entlarvt. Zu diesem Zeitpunkt war die Versuchsperson jedoch praktisch bereits wieder nüchtern… Dann gaben wir der Person einige Tests mit, mit der Bitte, möglichst täglich weiter zu testen. Die Frage war dabei natürlich, wann wird die Versuchsperson wieder negativ? Die Bildreihe gibt sehr schön den Verlauf dieses Versuchs wieder. Das erste Bild zeigt den negativen ersten Test, dann folgt der positive zweite nach dem Joint und dann sehen wir, dass der erste Strich immer fester wird über die ganze Testserie. Wir regelmässigen Kiffenden waren also immer positiv. Genau gleich waren alle Leute, die wir testeten und nicht kifften (z.B. Eltern), negativ. Deshalb brauchten wir eine Person, die sicher negativ, und dennoch gewillt war, einen Joint zu rauchen. Diese Person fanden wir. Den letzten Joint hatte sie vor rund vier Monaten geraucht. Der erste Test war denn auch negativ (siehe 1. Bild). Wir rauchten einen kleinen Joint zusammen, die Versuchsperson rauchte vier Züge. Etwa zwei Stunden später machten wir wieder einen Test, und die Person war positiv, der Test hatte die Abbauprodukte entdeckt und die Versuchsperson als Kiffende entlarvt. Zu diesem Zeitpunkt war die Versuchsperson jedoch praktisch bereits wieder nüchtern… Dann gaben wir der Person einige Tests mit, mit der Bitte, möglichst täglich weiter zu testen. Die Frage war dabei natürlich, wann wird die Versuchsperson wieder negativ? Die Bildreihe gibt sehr schön den Verlauf dieses Versuchs wieder. Das erste Bild zeigt den negativen ersten Test, dann folgt der positive zweite nach dem Joint und dann sehen wir, dass der erste Strich immer fester wird über die ganze Testserie.
  
-==== Qualitative und quantitative Tests ====+===== Qualitative und quantitative Tests =====
  
 Der verwendete Test ist ein qualitativer Test, das heisst er sagt nur, ob jemand positiv (ein Strich) oder negativ ist (zwei Striche). Dabei gibt der Test geringste Mengen von THC-Abbauprodukten nicht an (sogenannter cut off). Erst wenn die Menge an THC-Abbauprodukten einen gewissen Level erreicht, gibt der Test positiv an. Das sehen wir auch sehr schön am THC-Strich: Er wird bei der Versuchperson (die natürlich während des ganzen Testings keine weiteren Joints konsumierte) immer dichter, bis er wieder so klar ist wie beim ersten Test vor dem Joint. Als negativ gilt eine Probe auch wenn der Strich nur schwach ist, allerdings ist dies doch ein Hinweis darauf, dass THC-Abbauprodukte vorhanden sind, wenn auch in einer tiefen Konzentration (eine Linie entsteht dann, wenn die Menge an THC-Abbauprodukten tiefer als 50 Nanogramm pro Milliliter Urin ist). Übrigens muss ein Arzt, der solch einen schnellen und billigen Test durchführt,​ das Ergebnis immer noch mit einem quantitativen Test kontrollieren. Dieser stellt dann die effektive Menge an THC-Abbauprodukten im Urin fest, ist allerdings auch sehr viel teurer als der von uns verwendete Test. Dafür gilt diese Art von Test dann als sehr sicher; der von uns verwendete Test gibt die Zuverlässigkeit mit etwa 98 bis 99 Prozent an, das heisst, dass ein bis zwei Tests pro hundert Tests ein falsches Resultat liefern. Der verwendete Test ist ein qualitativer Test, das heisst er sagt nur, ob jemand positiv (ein Strich) oder negativ ist (zwei Striche). Dabei gibt der Test geringste Mengen von THC-Abbauprodukten nicht an (sogenannter cut off). Erst wenn die Menge an THC-Abbauprodukten einen gewissen Level erreicht, gibt der Test positiv an. Das sehen wir auch sehr schön am THC-Strich: Er wird bei der Versuchperson (die natürlich während des ganzen Testings keine weiteren Joints konsumierte) immer dichter, bis er wieder so klar ist wie beim ersten Test vor dem Joint. Als negativ gilt eine Probe auch wenn der Strich nur schwach ist, allerdings ist dies doch ein Hinweis darauf, dass THC-Abbauprodukte vorhanden sind, wenn auch in einer tiefen Konzentration (eine Linie entsteht dann, wenn die Menge an THC-Abbauprodukten tiefer als 50 Nanogramm pro Milliliter Urin ist). Übrigens muss ein Arzt, der solch einen schnellen und billigen Test durchführt,​ das Ergebnis immer noch mit einem quantitativen Test kontrollieren. Dieser stellt dann die effektive Menge an THC-Abbauprodukten im Urin fest, ist allerdings auch sehr viel teurer als der von uns verwendete Test. Dafür gilt diese Art von Test dann als sehr sicher; der von uns verwendete Test gibt die Zuverlässigkeit mit etwa 98 bis 99 Prozent an, das heisst, dass ein bis zwei Tests pro hundert Tests ein falsches Resultat liefern.
thc_recht/li232325.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/07 15:08 von sos