Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis
 

Einleitung

Shit happens 10

Shit happens

Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis

10. Auflage vom Herbst 2016 Im Wiki Vollständiger Titel und Seite(n) in der Broschüre Weblinks
Titelseite Shit happens 10 - Klicken zum Vergrössern Einleitung Das Kiffen ist leider immer noch illegal 2/einleitung
Umgang Was gilt beim Umgang mit THC in der Schweiz? 4/umgang
Lebensmittel Für alle legal: Lebensmittel mit THC-Spürchen 6/lebensmittel
Quasi legal Quasi legal: Die geringfügige Menge Cannabis 8/quasilegal
Wenig illegal Wenig illegal: Konsum unter den Augen der Polizei 10/wenigillegal
Normal illegal Normal illegal: Konsum privat und Vorbereitungen 12/normalillegal
Verzeigung Verzeigung und polizeiliche Einvernahme 14/verzeigung
Statistik Die Verfolgung erreicht neue Höhen 22/statistik
Stark illegal Stark illegal: Die Weitergabe und der Verkauf 24/starkillegal
Auto fahren Stark illegal: Auto fahren mit THC im Blut 26/autofahren
Tarnung Wer nicht auffällt, hat weniger Stress 30/tarnung
Verschiedenes Kiffen, wohnen, arbeiten und der Glaube an Tests 32/verschiedenes
Jugend Die Jugendlichen als Spezialfall der Verfolgung 34/jugend
Medizin Eine kleine Hoffnung: Hanf in der Medizin 36/medizin
Impressum Verein Legalize it! für legalen THC-Genuss 38/sh10

Am schnellsten können die Hauptseiten über die Einträge im Sidebar links erreicht werden. Dieses Inhaltsverzeichnis zeigt auch die Seitenzahlen der entsprechenden Artikel in der gedruckten Ausgabe unserer Rechtshilfebroschüre Shit happens (10. Auflage).


Inserat

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Das Kiffen ist leider immer noch illegal

Viele Joints ohne Folgen...

Die meisten Hanfgeniessenden können kiffen, ohne dass der Staat eingreift. Die allermeisten Joints brennen friedlich nieder, ohne von der Polizei beschlagnahmt zu werden. Wer sucht, findet Gras oder Hasch, sei es auf der Gasse oder im privaten Kreis.
Wer noch nie wegen THC-Konsums behelligt wur­de, mag sich fragen: Gibt es überhaupt eine ­Repression gegen das Kiffen in der Schweiz?
Die Antwort lautet leider klar ja. Es ist sogar ein grosser Teil der gesamten staatlichen Repression. Das Betäubungsmittelgesetz ist ein scharfes Gesetz. Wer sich in Sicherheit wähnt und dann doch einmal, aus Unvorsichtigkeit oder Pech, mit der Polizeigewalt zu tun bekommt, kann erschrecken, wie da mit einem umgegangen wird.

...doch fast 60’000 Betroffene pro Jahr

Die offiziellen Verfolgungszahlen sind erschreckend hoch: Gegen 60’000 Menschen wurden 2015 polizeilich verfolgt. Ihnen wurden 66’000 illegale Taten rund um Konsum und Handel vorgeworfen. Wenn wir von ein paar hunderttausend THC-Konsumierenden in der Schweiz ausgehen, so werden über 10 % jedes Jahr von der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder den Gerichten gestresst.
Ja, die Verfolgung von THC in der Schweiz existiert und der Strafrahmen ist weit gesteckt (Verwarnung bis 20 Jahre Freiheitsstrafe). Dies wollen wir mit unserer Rechtshilfebroschüre aufzeigen und vor allem die Bedingungen klar­machen, die für die Abstufungen der Legalität und Illegalität von THC gelten: damit alle vorbereitet sind. Denn wenn es passiert, steht man einem organisierten Apparat gegenüber, der alle Untersuchungshandlungen als bezahlte Arbeitszeit ver­buchen kann, während die Beschuldigten sich selber in der Freizeit wehren und schliesslich noch die Strafe und die Untersuchungskosten berappen müssen.

Sich vor einem Verfahren informieren

Viele entscheidende Fakten werden ganz am Anfang eines Verfahrens aufgegleist, vor allem die eigene Aussage ist ein wichtiges Element. Hier sollten sich alle immer sehr gut überlegt haben, was sie zugeben wollen oder verschweigen sollten.
Dafür müssen sich THC-Geniessende die rechtlichen Konsequenzen des Kiffens vor dem ersten Polizeikontakt, der wohl früher oder später statt­finden wird, überlegt haben. Sonst reitet man sich selber und sein Umfeld noch tiefer ins Schlamassel rein, als unbedingt nötig wäre.
Denn: Shit happens… Wer sich vorgängig damit auseinandergesetzt und eine Strategie entwickelt hat, kann mit der Verfolgung besser umgehen.

Begriffe in unserem Wiki

Cannabis
Lateinisch für Hanf
Hanf
Pflanzenart, die männliche und weibliche Pflanzen hervorbringt
und den Wirkstoff THC produziert, vor allem im Harz.
Gras/Marihuana
Getrocknete weibliche Hanfblüten
Haschisch/Hasch
Harz der Hanfpflanze (gewonnen aus Gras)
Kiffen/THC-Konsum
Hasch/Gras rauchen, essen, trinken oder dampfen/inhalieren
Kiffende/THC-Konsumierende
Menschen, die THC-haltigen Hanf einnehmen
THC
Tetrahydrocannabinol ist der Hauptwirkstoff im Hanf und laut Gesetz entscheidend, ob ein Stoff illegal ist.
Produkte mit mindestens 1.0 % THC sind verbotene Betäubungsmittel. Gras und Hasch enthalten 5 bis über 20 % THC.
Der THC-Gehalt kann auch im menschlichen Blut bestimmt werden.
THC-COOH
Ein Abbauprodukt von THC im Stoffwechsel. Schnelltests messen diesen Stoff im Urin.
Es ist nicht psychoaktiv, kann aber Hinweise auf die konsumierte Menge THC liefern.
Übertretung oder Vergehen?
Übertretungen verjähren nach drei Jahren, Vergehen nach 10 oder 15 Jahren. Eine Übertretung ist die kleinste illegale Handlung
und wird mit Ordnungsbusse oder Busse bestraft. Ein Vergehen ist schwerwiegender und hat Busse, Geldstrafe in Tagessätzen
oder Freiheitsstrafe und einen Eintrag im Strafregister zur Folge (Entfernung meist nach 10 Jahren).
Bedingte und unbedingte Strafe
Eine bedingte Geld- oder Freiheitsstrafe wird nicht vollzogen, sondern es wird während ein paar Jahren überprüft,
ob der oder die Verurteilte wieder straffällig wird. In diesem Fall kann ein Gericht die Strafe für unbedingt erklären und vollziehen.


Abstufungen der Legalität und Illegalität von THC

Für alle legal: Lebensmittel mit Spuren von THC

Lebensmittel, die THC unter den Grenzwerten enthalten, dürfen produziert, verkauft und konsumiert werden. In einer Verordnung sind die erlaubten (sehr tiefen) Grenzwerte festgelegt.

Quasi legal: Die geringfügige Menge Cannabis

Nicht strafbar ist der Besitz von bis 10 Gramm Cannabis für den Eigenkonsum sowie für den gleichzeitigen, gemeinsamen und unentgeltlichen Konsum unter Erwachsenen. (Konsum jedoch ist immer strafbar.) Quasi legal sind im Betäubungsmittelbereich (beim Hanf: ab 1 % THC-Gehalt) also nur die Vorbereitungen für den ersten Konsum bis gerade vor dem Konsum. Eigentlich kann eine straffreie Menge nicht eingezogen werden, trotzdem geschieht dies praktisch immer.

Laut Gesetz keine Bestrafung möglich (wird aber von den Polizeien fast immer ignoriert)

Wenig illegal: Konsum vor Polizeiaugen, mit maximal 10 Gramm

Konsum, der von der Polizei beobachtet wird, kann mit Ordnungsbusse von 100 Franken bestraft werden. Es gibt keine Erhöhung der Busse im Wiederholungsfall und auch keine Gebühren, das entspricht also Falschparken. Dabei darf man maximal 10 Gramm illegale Hanfprodukte besitzen (welche in diesem Fall auch eingezogen werden). Wer mehr besitzt oder weitere Straftaten begangen hat, wird verzeigt. (Es könnte Änderungen geben, wenn das neue OBG in Kraft tritt.)

Übertretung, durch Polizei bestraft: Ordnungsbusse

Normal illegal: Privater Konsum und Vorbereitungen dazu

Konsum, den die Polizei nicht beobachtet hat, aber beweisen kann, muss im ordentlichen Verfahren abgehandelt werden, ebenso Besitz über 10 Gramm für den Eigenverbrauch. Die Polizei erstellt ein Protokoll mit dem Sachverhalt und verzeigt die entsprechende Person. Die Strafbehörde erlässt anschliessend einen Strafbefehl: Busse und Gebühren kosten 200 bis 1’000 Franken. Wer mehrfach verzeigt wird, kann immer höhere Bussen und Gebühren erhalten.

Übertretung, durch Amt bestraft: Busse und Gebühren

Stark illegal: Weitergabe und Verkauf sowie THC und Auto fahren

Sobald ein THC-Produkt mit mindestens 1 % THC die Hand wechselt, ist das Weitergabe und ein Vergehen. Verkaufen ist dafür nicht nötig, verschenken genügt. Auch die Weitergabe eines Joints an Jugendliche gilt als Vergehen, ebenso das Autofahren mit THC im Blut. Wer vom Handel lebt und erwischt wird, bekommt eine Mindeststrafe von einem Jahr und gilt als schwerer Fall. Im Wiederholungsfall kann es so auch mehrjährige Freiheitsstrafen geben.

Vergehen: Busse, Kosten, Geld- oder Freiheitsstrafe, Gewinnrückzahlung, Strafregister

Für wenige legal: THC-haltige Medikamente

Mit Sonderbewilligungen (für Ärztin, Patient, Herstellerin und Vertreiber) gibt es eine legale medizinische Verwendung für THC-reiche Produkte, vor allem bei schweren Krankheiten.

Verein Legalize it! Postfach 2159, 8031 Zürich, 079 581 90 44, li@hanflegal.ch hanflegal.ch
Shit happens Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis 10. Auflage


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thc_recht/einleitung.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/14 16:27 von fabian
 
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