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Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis

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thc_recht:li360506

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thc_recht:li360506 [2011/09/11 10:42]
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thc_recht:li360506 [2017/03/02 18:27]
fabian
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 Sucht ist eng verbunden mit dem Begriff Substanzabhängigkeit. Hauptmerkmal der Substanzabhängigkeit ist ein charakteristisches Muster denkmässiger,​ verhaltensbezogener und körperlicher Symptome, die anzeigen, dass das Individuum trotz einschneidender substanzbezogener Probleme den Substanzgebrauch fortsetzt. Es liegt ein Muster wiederholter Substanzanwendung vor, das normalerweise zu Toleranzentwicklung,​ Entzugserscheinungen und dem unwiderstehlichen Drang (englisch: craving) zur Drogeneinnahme führt. ​ Sucht ist eng verbunden mit dem Begriff Substanzabhängigkeit. Hauptmerkmal der Substanzabhängigkeit ist ein charakteristisches Muster denkmässiger,​ verhaltensbezogener und körperlicher Symptome, die anzeigen, dass das Individuum trotz einschneidender substanzbezogener Probleme den Substanzgebrauch fortsetzt. Es liegt ein Muster wiederholter Substanzanwendung vor, das normalerweise zu Toleranzentwicklung,​ Entzugserscheinungen und dem unwiderstehlichen Drang (englisch: craving) zur Drogeneinnahme führt. ​
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 ==== Wie steht es bei THC-Produkten?​ ==== ==== Wie steht es bei THC-Produkten?​ ====
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 Verschiedene Faktoren können dabei einen Einfluss haben, ob jemand eine Abhängigkeit entwickelt oder nicht. Aus Zwillingsstudien geht hervor, dass wenn der eine Zwilling eine Abhängigkeit entwickelt hat, die Wahrscheinlichkeit,​ dass der andere ebenfalls eine Abhängigkeit entwickelt, bei eineiigen Zwillingen am grössten ist. Verschiedene Faktoren können dabei einen Einfluss haben, ob jemand eine Abhängigkeit entwickelt oder nicht. Aus Zwillingsstudien geht hervor, dass wenn der eine Zwilling eine Abhängigkeit entwickelt hat, die Wahrscheinlichkeit,​ dass der andere ebenfalls eine Abhängigkeit entwickelt, bei eineiigen Zwillingen am grössten ist.
-Neben diesen genetischen Faktoren spielen auch noch das Alter, in dem der Konsum von Cannabis begonnen hat, sowie die psychische Labilität und das Persönlichkeitsmerkmal «Impulsivität» eine Rolle bei der Entwicklung einer Abhängigkeit. In der auf Seite fünf abgebildeten Tabelle ist die Gefährlichkeit von Cannabis im Vergleich mit anderen Substanzen dargestellt.+Neben diesen genetischen Faktoren spielen auch noch das Alter, in dem der Konsum von Cannabis begonnen hat, sowie die psychische Labilität und das Persönlichkeitsmerkmal «Impulsivität» eine Rolle bei der Entwicklung einer Abhängigkeit. In der oben abgebildeten Tabelle ist die Gefährlichkeit von Cannabis im Vergleich mit anderen Substanzen dargestellt.
  
 Wie man aus der Tabelle entnehmen kann, ist Cannabis verglichen mit anderen, sowohl illegalen als auch legalen Drogen, relativ ungefährlich. Sowohl die körperliche als auch die psychische Abhängigkeitsgefahr ist vergleichsweise gering. Nervenschäden konnten, entgegen gewissen populistischen Untersuchungen aus den USA, nicht bestätigt werden. Die Gesamttoxizität ist bis auf die erhöhte Gefahr an Krebs zu erkranken, falls Cannabis geraucht wird, ebenfalls ziemlich gering. Wie man aus der Tabelle entnehmen kann, ist Cannabis verglichen mit anderen, sowohl illegalen als auch legalen Drogen, relativ ungefährlich. Sowohl die körperliche als auch die psychische Abhängigkeitsgefahr ist vergleichsweise gering. Nervenschäden konnten, entgegen gewissen populistischen Untersuchungen aus den USA, nicht bestätigt werden. Die Gesamttoxizität ist bis auf die erhöhte Gefahr an Krebs zu erkranken, falls Cannabis geraucht wird, ebenfalls ziemlich gering.
  
-Unsere Erfahrungen aus der Praxis+==== Unsere Erfahrungen aus der Praxis ​==== 
 In den letzten fünfzehn Jahren, in denen wir auf dem Thema THC-Genuss gearbeitet haben, ist uns niemand begegnet, der grössere soziale oder gesundheitliche Probleme wegen Konsums von Hasch und Gras bekommen hätte. Denn alle Personen, die gemerkt haben, dass der THC-Konsum ihnen nicht (mehr) gut tut, haben schlicht und einfach damit aufgehört. Negative Effekte stellen sich ein, weil Menschen keine Zeit (mehr) haben, um das THC zu geniessen – etwa, weil sie eine Familie gründen und dort voll eingespannt sind. Oder sie wollen Karriere machen und gewichten nun die Strebsamkeit im Beruf höher als den Genuss von Hasch und Gras. Einige merken auch, dass ihnen die früher angenehmen Effekte von THC nicht mehr wichtig sind – sie haben nun andere Freudenspender. All diese Menschen haben, vorwiegend im Alter zwischen 30 und 40, mit dem Konsum von THC aufgehört. Einfach so. Ohne Entzugskuren und ohne medizinische Hilfe. Viele sogar von einem Tag auf den anderen. In den letzten fünfzehn Jahren, in denen wir auf dem Thema THC-Genuss gearbeitet haben, ist uns niemand begegnet, der grössere soziale oder gesundheitliche Probleme wegen Konsums von Hasch und Gras bekommen hätte. Denn alle Personen, die gemerkt haben, dass der THC-Konsum ihnen nicht (mehr) gut tut, haben schlicht und einfach damit aufgehört. Negative Effekte stellen sich ein, weil Menschen keine Zeit (mehr) haben, um das THC zu geniessen – etwa, weil sie eine Familie gründen und dort voll eingespannt sind. Oder sie wollen Karriere machen und gewichten nun die Strebsamkeit im Beruf höher als den Genuss von Hasch und Gras. Einige merken auch, dass ihnen die früher angenehmen Effekte von THC nicht mehr wichtig sind – sie haben nun andere Freudenspender. All diese Menschen haben, vorwiegend im Alter zwischen 30 und 40, mit dem Konsum von THC aufgehört. Einfach so. Ohne Entzugskuren und ohne medizinische Hilfe. Viele sogar von einem Tag auf den anderen.
  
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 Alle diejenigen Menschen, die THC konsumieren und bei denen offensichtlich weitere Probleme bestehen, haben diese Probleme unabhängig vom THC-Konsum. Wer seinem Körper nicht schaut, wer sich im Beruf nicht anstrengt, wer sich nicht um sein soziales Netz kümmert, der hat natürlich Probleme im Leben. Aber diese Probleme entstehen nicht durch THC-Konsum, sondern sie entstehen eben aus diesem Unvermögen,​ das Leben mit seinen Herausforderungen zu meistern. Bei solchen Menschen hilft auch eine THC-Abstinenz nichts – die Probleme bleiben. Und umgekehrt: Gehen solche Menschen ihre Probleme an und finden Lösungen dafür, können sie auch weiterhin THC-Produkte geniessen. Alle diejenigen Menschen, die THC konsumieren und bei denen offensichtlich weitere Probleme bestehen, haben diese Probleme unabhängig vom THC-Konsum. Wer seinem Körper nicht schaut, wer sich im Beruf nicht anstrengt, wer sich nicht um sein soziales Netz kümmert, der hat natürlich Probleme im Leben. Aber diese Probleme entstehen nicht durch THC-Konsum, sondern sie entstehen eben aus diesem Unvermögen,​ das Leben mit seinen Herausforderungen zu meistern. Bei solchen Menschen hilft auch eine THC-Abstinenz nichts – die Probleme bleiben. Und umgekehrt: Gehen solche Menschen ihre Probleme an und finden Lösungen dafür, können sie auch weiterhin THC-Produkte geniessen.
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thc_recht/li360506.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/07 15:40 von sos