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Hanf, Kiffen, THC und die Gesetze zur Verfolgung von Cannabis

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Dürfen mir die Eltern das Kiffen verbieten?

Die Eltern müssen es gar nicht verbieten

Da das Kiffen eh verboten ist, müssen die Eltern es eigentlich gar nicht noch extra verbieten. Es ist ja schon per Gesetz illegal! Und doch gibt es regelmässig grosse Diskussionen zwischen den Jugendlichen, die gerade angefangen haben zu kiffen, und ihren Eltern. Viele Eltern reagieren sehr bestürzt auf die Erkenntnis, dass der eigene Nachwuchs kifft und möchten dieses Tun unterbinden. Sie können ihren Kindern das Piece oder das Grassäcklein wegnehmen und ihnen Strafen aufbrummen (Hausarrest, Multimedia-Verbot, Sackgeldkürzungen). Dagegen kann man als Jugendliche oder Jugendlicher nichts unternehmen.

Eltern müssen die Kinder nicht anzeigen

Eltern können ihre Kinder auch bei der Polizei anzeigen und so eine offizielle Bestrafung ihres Nachwuchses erreichen. Doch tun dies eher wenige. Und sie müssen es auch nicht. Die meisten Eltern finden sich halt früher oder später mit dem Konsum ab und versuchen, das Kiffen ihrer Kinder etwas zu steuern: daheim kiffen unterbinden; die Kinder ansprechen, wenn sie bekifft nach Hause kommen. Es gibt natürlich auch je länger je mehr Eltern, die selber Erfahrungen mit dem THC-Konsum gemacht haben oder auch aktuell selber kiffen. Für solche Erwachsene ist dann das Problem, ob sie ihrem Nachwuchs vom eigenen Gras oder Hasch abgeben sollen, oder auch mit ihnen gemeinsam THC geniessen wollen.

Eltern sind Vorbilder

Eltern sind für ihre Kinder natürlich beim gesamten Drogenkonsum (ob legal oder illegal) die wichtigsten Vorbilder: Wer Zigaretten raucht und alle paar Tage einen Alkoholrausch aufweist, ist sicher kein glaubwürdiges Vorbild, wenn es um ein Verbot des Kiffens geht. Es fällt zwar vielen Eltern schwer, aber sie müssen sich daran gewöhnen, dass sie ihren Kindern nicht alles verbieten bzw. vorschreiben können. Speziell wenn die Jugendlichen älter werden, tun sie sowieso das, was sie wollen – man kann sie dann dabei begleiten und ihnen Alternativen vorleben, aber auf einen vorgeschriebenen Weg lassen sich die Jugendlichen nur selten zwingen.

Schutz vor dem Schwarzmarkt

Um ihre Sprösslinge vom Schwarzmarkt fernzuhalten, ziehen immer häufiger Eltern den Hanf für ihre Jugendlichen selber – so haben sie wenigstens etwas Kontrolle über deren Konsum und vor allem über die Qualität. Allerdings machen sie sich damit strafbar. Und sollte etwas von diesem Hanf dann über die eigenen Kinder in die Hände von deren Schulkolleginnen und Schulkollegen gelangen, kann es sehr heftige Reaktionen der anderen Eltern geben (die natürlich auch wieder zur Polizei gehen und Anzeige erstatten können). Es ist wirklich ein schwieriges Gebiet und es gibt keine einfachen und schönen Lösungen. Aber die jungen THC-Konsumierenden auf der Gasse nach Hasch oder Gras suchen zu lassen, ist auch nicht gut.

Achtung Strafverschärfung

Verschärfend kommt neu hinzu, dass Weitergabe an Minderjährige, wie auch nur schon die Ermöglichung des Konsums Minderjähriger, ein Vergehen darstellt. Gerade wenn die Eltern selber THC konsumieren, sollten sie sehr aufpassen, dass die Sprösslinge nicht an die Hanfvorräte herankommen. Aber auch wenn Eltern ihren Minderjährigen erlauben, Hanfpflanzen für den Eigenkonsum zu ziehen, könnte das massive strafrechtliche Konsequenzen haben.

Die Eltern bestimmen

Spätestens wenn die Jugendlichen volljährig geworden sind, haben die Eltern nicht mehr viel zu melden. Allerdings können sie, solange der Nachwuchs noch daheim wohnt, das Kiffen zu Hause untersagen. Dies können Eltern übrigens auch dann, falls der Konsum generell legalisiert würde: Damit wären trotzdem keine Eltern gezwungen, den Qualm bei sich zu tolerieren.

thc_recht/sh4444.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/07 17:29 von sos